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In diesem Restaurant ist Bargeld tabu

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In diesem Restaurant ist Bargeld tabu

Von Barbara E. Euler
Donnerstag, 03. Dezember 2020
Zahlen per Karte oder Handy: In Corona-Zeiten kommt das im Café Ben Rahim gut an

Dezentes Geplauder, Kaffeeduft, zufriedene Gesichter: Im Café Ben Rahim in den Hackeschen Höfen in Berlin ist Entspannung angesagt. Auch wenn Inhaber Wissem Ben Rahim seine Sitzplatzzahl drastisch von 20 auf acht Plätze reduzieren musste (und wenn nicht gerade Lockdown ist wie zurzeit, Anm. d. Red).
Die Zahl bezieht sich auf den Innenraum. Draußen musste sogar von ehemals 40 auf jetzt ebenfalls acht Plätze reduziert werden. Aber der Laden läuft, auch dank eines durchdachten Bestellsystems. Ben Rahim hat dazu eigens eine App entwickeln lassen. Damit wird bestellt und auch gleich bezahlt.

 

Die App ist direkt mit dem Kassensystem verbunden

 

Wer nicht im Café sitzen will, kommt auf diese Weise dennoch in den Genuss der zahlreichen Spezialitäten rund um den hochwertigen Kaffee, für den das Ben Rahim so bekannt ist. „Die App kommt von Shopify“, erklärt der sympathische Gastronom. Die Ben-Rahim-App ist direkt mit dem Kassensystem von oderbird verbunden. „Die Kasse macht ein spezielles Geräusch, wenn etwas bestellt wurde, und zeigt die Bestellung an. Wir bereiten sie vor, der Gast kommt kurz rein und geht wieder“, beschreibt Ben Rahim den Ablauf. Daneben ist das Angebot des Cafés auch über die Plattform Lieferando bestellbar. Dafür kommt ein eigenes Gerät zum Einsatz. Die Bestellung wird manuell in die Kasse eingegeben.

Ein System, wie gemacht ist für Pandemie-Zeiten. Aber das ist noch nicht alles: Im Ben Rahim ist Bargeld tabu. Und das bereits seit Oktober 2019, zugleich mit einer Vergrößerung der Räumlichkeiten. Angeboten werden alle gängigen Zahlweisen, die meisten funktionieren direkt über die Kasse. Zwei externe Kartenleser für American Express sowie für weniger gebräuchliche Karten vervollständigen die Möglichkeiten.

„Wir mussten wegen Corona nichts umstellen und konnten uns ganz auf unser Angebot fokussieren“, sagt Rahim zufrieden. „Bargeld ist nicht hygienisch. Wir fassen sogar die Karten nicht an. Alles ist sehr sicher, sehr angenehm!“ Nicht zuletzt bleibt jetzt mehr Zeit für die Beratung. Und noch etwas trägt zur guten Atmosphäre bei: „Es gibt keine Kassenschublade, kein Hantieren mit Geld. Wir müssen überhaupt nicht über Geld reden. Das macht eine sehr freundliche Atmosphäre.“

 

 

Ohne ist das neue mit: Bei Ben Rahim gibt’s Spezialitätenkaffee nur ohne Milch und Zucker – und Bezahlung ganz ohne Bargeld

Die Umstellung war lange vorbereitet. Schon seit der Gründung des Cafés im Jahr 2015 wurden Gäste regelmäßig gebeten, mit Karte zu zahlen. Die Resonanz war so positiv, dass vor einem guten Jahr der Schritt in die Bargeldlosigkeit gewählt wurde. Zugleich wurde übrigens beschlossen, zum Kaffee weder Milch noch Zucker anzubieten, weil die hochwertigen Spezialitäten am besten pur zur Geltung kommen. Das Verständnis seitens der Gäste war überraschend groß.

Ebenso bereitwillig zahlen die Gäste mit der Karte. „Bei einem einfachen Kiosk würde das nicht akzeptiert werden“, erklärt Ben Rahim. „Wenn das Geschäft nicht so toll aussieht, wird es nicht akzeptiert“, ist er sicher. „Man muss Qualität bieten, Sauberkeit, wichtig ist auch, was die Mitarbeiter anhaben.“ Dann hat der Gast kein Problem, mit der Karte zu zahlen, so seine Beobachtung. „Wenn es angeboten wird, machen die Gäste es auch.“

Besonders praktisch: Weil hier schon beim Bestellen am Tresen bezahlt wird, ist das Konzept von vorneherein klar. Außerdem wird es bereits draußen an der Fensterscheibe kommuniziert. So sind Missverständnisse ausgeschlossen.

„Man muss Qualität bieten, dann hat der Gast auch kein Problem, mit der Karte zu zahlen. Und wenn es angeboten wird, machen die Gäste es auch.“

Wissem Ben Rahim, Restaurant Ben Rahim, Berlin

Die Akzeptanz liegt auch an der Zusammensetzung der Gäste. „Wir können nicht alle glücklich machen“, so der Gastronom. Touristen kamen auch vor Corona nicht in sein Lokal. „Wir wollen Gäste, die Kaffeegenuss zu schätzen wissen. Die bringen dann Freunde und Familie mit“, so seine Beobachtung. „Auch bei Corona: Diese Gäste sind immer da, teils zwei- bis dreimal am Tag!“

Dass kein Bargeld fließt, fördert die Bereitschaft zum Konsum. „Der Gast will immer etwas Bargeld aufheben, für ein Eis, die Parkgebühr oder für Restaurants, die nur Bargeld nehmen“, erläutert Rahim. „Bei uns denkt der Gast: Okay, mein Bargeld kann ich behalten, ich kann nochmal etwas bestellen. Das ist sehr gemütlich!“

 

Mehr Umsatz gleich nach der Umstellung

 

Tatsächlich ging nach der Umstellung auf bargeldlosen Betrieb der Umsatz sprunghaft in die Höhe – und nicht nur aufgrund der größeren Räume. Noch dazu begrüßt Ben Rahim, dass der Umsatz von heute schon morgen automatisch auf dem Konto ist. Außerdem gefällt ihm, dass alle Daten automatisch ans Finanzamt übermittelt werden.

Auch für die Mitarbeiter ist der bargeldlose Betrieb ein echter Gewinn – obwohl mit der Umstellung auch das Trinkgeld abgeschafft wurde, das in bargeldlosen Systemen ohnehin schwer zu integrieren ist. „Wir müssen kein Geld zählen, es gibt keine Überfälle, niemand muss mit Bargeld zur Bank gehen“, zählt der Gastronom auf. „Ich erinnere mich nicht, wann ich das letzte Mal bei der Bank war!“

https://www.ahgz.de/gastronomie/news/bezahlung-restaurant-ohne-bargeld-300545

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